"Als X!au und Ghabbo ihr Dorf und ihre Familien verliessen,
um das sagenhafte Land des großen Wassers zu suchen, wussten
sie nicht was sie erwartet. Ein Land, von dem erzählt wird,
dass es am Ende der Welt liegen soll …
"So beginnt der alte Buschmann Xuhwe mit einer Geschichte aus
früheren Zeiten, über zwei Männer seines Dorfes, die einst aufbrachen,
um in der Heimat ihrer Ahnen die Antwort auf eine Prophezeiung zu
erhalten, wie es ihnen der alte Medizinmann gesagt hatte.
Der Dokumentarfilm nimmt diese Erzählung zum Anlass, um X!iau und seinen
Sohn Ghabbo auf ihrem Weg von der Kalahari-Wüste bis zum atlantischen
Ozean mit der Kamera zu begleiten. 2000 Km durch ein Land mit
faszinierenden, bizarren, manchmal surrealen Landschaften und einer noch
vorhandenen Vielfalt an Fauna und Flora.
Der Zuschauer erlebt dabei die Regionen des südlichen Afrikas aus der
Perspektive seiner Ureinwohner, der San-Buschleute. Diese Jäger und Sammler
gelten als die letzten direkten Verwandten zu den Ahnen der Menschheit.
Sie sind die wahren Meister der Wahrnehmung - mit einem sensiblen Sinn für
die Natur in der und von der sie leben.
Sie sind in der Lage Wasser, Nahrung und Heilkräuter noch in den trockensten
Regionen zu finden. Sie mussten sich wie kein anderes Volk den lebensfeindlichen
Bedingungen der Wüste anpassen und ernähren sich von Wurzeln, von Knollen und
seltenem Wildbret. Sie haben gelernt Dürreperioden zu überstehen und nachhaltig
mit dem Wenigen, das die Natur ihnen bietet, zu haushalten.
Mit einer parallelen Erzählebene porträtiert der Film das Leben einer der letzten
ursprünglichen Dorfgemeinschaften der Hoansi-San in der Kalahari. Der
Zuschauer wird Zeuge der hochentwickelten Sozialstruktur dieser ethnischen
(Not-)Gemeinschaft, die sich gegenseitige Agressionen und kriegerische
Auseinandersetzungen aufgrund der harten Lebensbedingungen nie leisten konnte.
Mit ihren Fähigkeiten, sich den Gegebenheiten ihrer Umwelt perfekt anzupassen,
waren die nomadischen San mehr als 8000 Jahre die unangefochtenen menschlichen
Bewohner des südlichen Afrikas.
Erst in jüngerer Zeit wurden sie zuerst durch die Einwanderung der schwarzen
Bantu-Völker aus dem Norden Afrikas und dann durch die Kolonialisierung der
weissen Eroberer innerhalb von nur zweihundert Jahren aus ihren angestammten
Lebensräumen verdrängt, massakriert, versklavt und schließlich fast vollständig
ausgerottet.
Die San entbehren bis heute die Akzeptanz der menschlichen Gemeinschaft.
Gegenwärtig werden in Botswana die letzten Buschleute von Regierungtruppen
gewaltsam aus der Kalahari vertrieben und in armselige Ghettos gepfercht. Noch
vor etwa 100 Jahren wurden sie nicht als menschliche Wesen betrachtet, sondern
von weissen Siedlern wie wilde Tiere gejagd.
“. . . und als X!au und Ghabbo endlich ihr Ziel, das Land des grossen Wassers
erreicht hatten, machten sie eine fatale Entdeckung . . .”
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